Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind. …

Dezember 18, 2016 12:24 am

Wir sehen sie so, wie wir sind.

Nicht nur die Dinge sehen wir so. Auch die Menschen um uns herum sehen wir durch die „Brille“ unserer sehr persönlichen Vorstellungen, Werte und Erwartungen:

Du arbeitest zu viel / zu wenig!
Du bist unordentlich!
Du bist ungerecht!

Solche Vorwürfe an andere sind geprägt von unserem höchst persönlichen Regelwerk, unseren Maßstäben und vor allem: unseren Wünschen. Hinter jedem Vorwurf steckt ein Wunsch bzw. versteckt sich ein Bedürfnis und weil dieses Bedürfnis oft gar nicht so einfach zu benennen ist, „verpacken“ wir es quasi in einen Vorwurf: „Du arbeitest zu viel“, kann heißen. „Bitte sehne dich danach, mehr Zeit mit mir zu verbringen“. „Du bist unordentlich“, kann bedeuten: „Ich wünsche mir mehr Ordnung und möchte, dass du mich darin unterstützt, diese Ordnung zu erreichen“. Hinter einem „Du bist ungerecht“, steckt vielleicht die Bitte, noch andere Aspekte eines Sachverhaltes zu berücksichtigen.

Doch wieso sprechen wir unsere Bedürfnisse nicht einfach aus? Weil wir uns damit angreifbar und verletzbar machen und in einer angespannten Situation möchten wir diese Blöße nicht zeigen. Also lenken wir von uns ab und greifen den anderen mit unserem Vorwurf an, dann ist der Ball erst mal beim Gegenüber.

In welcher Situation habe ich zuletzt vorwurfsvoll zu jemandem gesprochen und was war mein eigentliches Bedürfnis dahinter …?

 

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