Wachstumsschmerzen

Juni 25, 2017 10:48 am

Manchmal sind genau die Dinge, die wir nicht ändern können, die Dinge, die uns verändern.

Manchmal, wenn Kinder ohne erkennbaren Grund über Schmerzen klagen, heißt es: „Ach, das sind Wachstumsschmerzen!“ Kein Grund zur Sorge also, als wäre es ganz selbstverständlich, dass es eben auch etwas schmerzlich sein kann, wenn dieser kleine Körper wächst und sich verändert.

Auch wenn wir erwachsen sind, schmerzt es oft, wenn wir uns verändern. Dann schmerzt das Herz oder die Seele, doch niemand sagt: „Ach das sind Wachstumsschmerzen des Lebens und ja, die gehören dazu“.

Wir Erwachsene haben gelernt, dass es gegen körperliche Schmerzen gute Medikamente gibt. Und gegen seelische Schmerzen gibt es neben legalen Drogen und freiverkäuflichen Medikamenten in der Regel auch auf die Schnelle ein Rezept für Stimmungsaufheller, Beruhigungsmittel, Wachmacher und Schlaftabletten. Haben wir vergessen, dass das Leben machmal weh tut und auch das zum Leben dazugehört?

Manchmal sind genau die Dinge, die wir nicht ändern können, die Dinge, die uns verändern.

Oft sind es genau diese Erfahrungen, die schmerzen und gegen die wir uns deshalb so vehement wehren.

Doch es sind auch genau diese Erfahrungen, die wir brauchen, um zu wachsen. Dieses Wachstum schmerzt. Die Angst, die darin liegt, schmerzt. Die Wut, die darin liegt, schmerzt. Der Selbstzweifel, der darin liegt, schmerzt. Die Trauer, die darin liegt, schmerzt. Das ist der Wachstumsschmerz des Lebens. Er ist nicht schön, doch er gehört zum Leben. Dadurch spüren wir, dass wir uns verändern. Zu etwas Neuem hin, zu etwas Größerem.

Bist du gerade in so einer Wachstumsphase? Dann wünsche ich dir, dass du ab und zu über deinen Schmerz hinaussehen kannst und das Große erblickst, zu dem du gerade heranwächst.

 

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