Über das Grübeln

Januar 27, 2018 7:02 pm

 

Hach, ich freue mich immer, wenn ich Rückmeldung zu meinen Blogposts bekomme. So kam zum Bespiel letzte Woche zum Artikel Eine gute Entscheidung die Frage: „… wie mache ich das genau? Nicht mehr so viel zu grübeln …“

Mit dem Grübeln ist das so eine Sache. Nachdenken an sich ist ja wichtig und tatsächlich ganz oft hilfreich. Das fällt uns besonders dann wieder ein, wenn wir das Motto „Erst denken, dann handeln“ unvorteilhaft abgekürzt haben. Denken, ja bitte – aber wann weiß ich, dass es genug ist?

Denkst du noch oder grübelst schon? Hier drei wichtige Marker, an denen du erkennst, dass du grübelst:

 

1. Du denkst permanent über die Vergangenheit nach:

Hätte ich mich anders verhalten sollen, etwas anderes sagen sollen? War es richtig, dass ich …? Hätte ich anders reagieren können, wenn ich xy gewusst hätte? Und wenn, hätte dann der andere … oder ich …?

2. Du denkst permanent über die Zukunft nach:

Wenn ich morgen xy sage, wird der andere dann yz antworten? Und wie reagiere ich dann darauf? Was wird der andere nächste Woche tun … und sollte ich dann nicht lieber …?

3. Du beschäftigst dich permanent damit, was andere denken, sagen, machen oder fühlen:

Ist der andere dann beleidigt? Hält er mich dann für dumm? Spricht er anschließend schlecht über mich? Mag er mich dann noch? Kündigt er mir die Freundschaft/Beziehung auf …?

 

Und was ist nun ein Ausweg?

Im Wesen des Grübelns liegt, dass wir dabei abschweifen. Wir schweifen nicht nur in die unendlichen Weiten unserer Gedanken ab, viel entscheidender: wir driften aus dem Hier und Jetzt weg und wir driften von uns selbst weg. Und genau hier liegt der Ausgang:

Fokussiere dich immer wieder auf die Gegenwart! Die Vergangenheit ist längst passiert. Du kannst sie nicht mehr ändern, schon gleich gar nicht durch deine Gedanken. Die Zukunft ist noch nicht hier. Sie liegt vor dir wie Nebel. Du kannst dich rüsten. Doch letztlich kannst du deine Zukunft erst gestalten, wenn sie zur Gegenwart wird.

Fokussiere dich auf dich selbst! Du kannst nicht beeinflussen, was andere über dich denken, was sie sagen, tun oder fühlen. Darüber entscheiden deine Mitmenschen letztlich ganz allein. Vergiss über die anderen nicht dich selbst. Was ist DIR wichtig? Was sind DEINE Bedürfnisse, Wünsche und Werte?

Grübeln lenkt dich dich von deinen eigenen Bedürfnissen ab und davon, aufmerksam im Hier und Jetzt zu leben.

Wenn du dich beim Grübeln ertappst, schreibe deine Bedürfnisse, Wünsche und Werte auf ein Blatt Papier! So kurz, wie möglich – idealweise nur mit einem Wort. Dann fokussiere dich darauf, wie du selbst deine Bedürfnisse erfüllen und deinen eigenen Werten gerecht werden kannst. Delegiere die Erfüllung deiner Bedürfnisse nicht an andere.

Wenn du dich im Hier und Jetzt selbstverantwortlich um dich selbst kümmerst und bei dir selbst bleibst, wirst du gar nicht mehr grübeln können. Denn dazu müsstest du ja die Gegenwart verlassen und von dir abschweifen. Aber wer will das schon ;-)

 

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