Sicherheit ist eine Illusion

Mai 20, 2017 6:16 pm

Was im Leben ist wirklich sicher? Der Tod – jaja, aber das hören wir nicht all zu gerne.

Wir lieben Sicherheit oder zumindest die Vorstellung, dass wir selbst es tatsächlich in der Hand haben, uns abzusichern. Der „Durchschnittsdeutsche“ (also jeder vom Säugling bis zum Rentner!) hat sechs Versicherungspolicen und zahlt pro Jahr dafür circa 2.300 Euro. Wir wünschen uns krisensichere Jobs, vertrauen unsere Leben den Wissenschaften an, bauen Häuser fürs ganze Leben und heiraten, bis dass der Tod uns scheidet.

Unsicherheit ist für viele Menschen sehr schwer auszuhalten. Zu viele Menschen sorgen sich, grübeln durch schlaflose Nächte, leiden an Misstrauen, Missmut, Angsterkrankungen oder Zwangsstörungen. In der Erwartungshaltung das Leben zu kontrollieren, ist die Fallhöhe unsagbar groß und wir können nur scheitern.

Abschied von Sicherheit heißt nicht, Abschied von Achtsamkeit und Voraussicht. Natürlich schauen wir auf unser Morgen, planen und koordinieren unser Leben. Sich jedoch vom Anspruch auf vermeintliche Sicherheit zu lösen, erfordert mehr Aufmerksamkeit und Hinwendung. Es macht Räume auf für Unvorhergesehendes, das durchaus wunderbar sein kann!

Wenn wir bedenken, dass uns nichts sicher ist – nicht der nächste Tag, nicht Gesundheit, nicht der Job, nicht die Menschen, die um uns sind und die Beziehungen, die wir leben – kann in diesem Bewusstsein mehr Wertschätzung entstehen. Mehr Dankbarkeit. Mehr Hinwendung an das, was IST, als Vor-SORGE in vermeintliche Sicherheit.

Lebe in dem Bewusstsein, dass alles, was du hast und was ist, verlierbar und endlich ist.
Liebe die Unwiederbringlichkeit des heutigen Tages.

 

Gerne erhalten Sie aktuelle Beiträge auch per E-Mail. Bitte tragen Sie sich dazu über blog@woite.de ein. Eine Austragung ist jederzeit möglich.