Sandburgen

September 7, 2018 5:36 pm

 

Hast du als Kind auch hingebungsvoll Sandburgen gebaut?

 

Die nachfolgende Geschichte erzählt von Vergänglichkeit und der Schönheit des Moments.

 

Buddha erzählte seinen Schülern eine Geschichte, die er auf seinen Reisen erlebt hatte:

 

Auf meinen Reisen kam ich vor langer Zeit in ein kleines Dorf. Am Rand des Dorfes schlängelte sich ein Fluss vorbei, an dessen Ufer die Kinder mit Sand spielten. Sie bauten Sandburgen und waren sehr ernst bei der Sache.

Wenn eines der Kinder die Sandburg eines anderen durcheinander brachte, dann schrien sie sich an und waren fürchterlich wütend aufeinander. Das passierte schnell und oft, denn Sandburgen sind nicht stabil, ein kleiner Stein geworfen und sie sind hinüber.

Kinder kennen das Spiel: erschaffen und zerstören.

Ich saß lange Zeit da und schaute den Kindern zu. Dann wurde es Abend und die Mütter riefen ihre Kinder nach Hause: „Kommt jetzt heim, es ist Zeit fürs Abendessen.“

Da sprangen sie alle auf ihren eigenen Burgen herum. Genau auf denen, die sie kurze Zeit vorher so energisch verteidigt hatten. Sie hüpften auf ihnen herum und gingen anschließend einfach nach Hause, ohne sich noch einmal umzudrehen.

 

Buddha sagte zu seinen Schülern:

 

„Das Leben ist nicht viel anders. Deine ganze Ernsthaftigkeit bezieht sich auf Sandburgen. Eines Tages wirst du sie verlassen müssen. Du selbst wirst sie einstürzen und nicht mehr zurückschauen. Die Leute, die alles viel zu ernst nehmen, verpassen die Schönheit, die in der Leichtigkeit des Lebens liegt.“

 

Ja, unsere Sandburgen sind uns wichtig. Wir verteidigen sie oft vehement. Doch es sind nur Sandburgen. Sie sind vergänglich. Jede einzelne – so schön und groß sie auch ist – eines Tages werden wir sie verlassen müssen. Keine unserer Sandburgen hat Bestand. Es ist wichtig, das nicht zu vergessen. Denn genau darin liegt die Chance, ihre Schönheit mit Leichtigkeit zu betrachten.

 

 


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