Lebe wild und gefährlich

Juli 29, 2017 11:54 pm

In Bayern haben die Sommerferien begonnen,
daher gibt es heute in meinem Blog
einen kleinen aber feinen Buchtipp:

Mut – Lebe wild und gefährlich
(Osho)
Taschenbuch 9,99 Euro, 228 Seiten

Was für ein schöner Titel!

Dieses Buch ist ein wunderbares Büfett an Gedanken. Ich schlage es gerne immer wieder an einer beliebigen Stelle auf und beginne zu lesen. Was mich nicht anspricht, überblättere ich gelassen. Vieles in diesem Buch rührt mich jedoch an. Ich mag die klare Sprache und denke mir beim Lesen oft: Ja, so ist das! Osho ist sehr direkt, das mag an der ein oder anderen Stelle provozieren. Mir gefällt auch das. Meinen Widerspruch zuzulassen, bringt mich immer wieder in ein spannendes Abwägen von Für und Wider und auf neue gute Gedanken.

Mut – Lebe wild und gefährlich ist als Taschenbuch erhältlich. Es wiegt 216 g und passt damit vielleicht noch genau in deinen Koffer. Es liest sich aber auch gut auf dem heimatlichen Balkon, Freibad, Café, Sofa … Für Audiofreunde gibt es Auszüge des Buches als Hörbuch: Mut – Die Freude gefährlich zu leben und Mut – Der Mut der Liebe.

Nachfolgend ein kleiner Auszug zum Titelthema Mut:

„Das Neue kommt nicht aus dir, es kommt von jenseits. Es ist nicht Teil von dir. Deine ganze Vergangenheit steht auf dem Spiel. Das Neue hat keinen Zusammenhang mit dir, daher die Angst. Du hast auf eine bestimmte Art gelebt und gedacht, du hast dir aus deinen Überzeugungen ein komfortables Leben gezimmert. Da klopft auf einmal etwas Neues an deine Tür und dein ganzes altes System gerät durcheinander. Wenn du das Neue in dich hineinlässt, wirst du nicht mehr derselbe sein. Das Neue wird dich verwandeln. Das ist riskant.

Wer weiß, wo du mit dem Neuen enden wirst? Das Alte kennst du seit langem, ist es dir vertraut. Das Neue ist dir noch fremd. Es kann ein Freund sein oder auch ein Feind, wer weiß? Niemand kann das sagen. Du kannst es erst wissen, wenn du das Neue zulässt – daher die Angst.

Aber du kannst dich auch nicht länger dagegen wehren, denn das Alte hat dir noch nicht gegeben, wonach du suchst. Das Alte hat dir Hoffnungen gemacht, die sich nicht erfüllt haben. Es ist jetzt zwar vertraut, aber es macht dich nicht glücklich. Das Neue mag unbequem sein, doch möglicherweise bringt es dir die Seligkeit. Deshalb kannst du es weder zurückweisen noch kannst du es annehmen; also schwankst du, zitterst und zweifelst und bist voller Furcht. Das ist natürlich, daran ist nichts falsch. So ist es immer gewesen und so wird es immer bleiben.

Versuche zu verstehen, was geschieht, wenn das Neue auftaucht. Jeder Mensch strebt nach dem Neuen, weil niemand mit dem Alten zufrieden ist. Niemand kann je mit dem Alten zufrieden sein, denn egal, was es ist, du kennst es bereits in- und auswendig. Und wenn du es erst einmal kennst, ist alles nur noch Wiederholung, langweilig und monoton. Du willst das Alte also los werden. Du möchtest auf Entdeckungsreise gehen, dich in ein Abenteuer stürzen. Du möchtest ein neuer Mensch werden – aber wenn das Neue an deine Tür klopft, schreckst du zurück, verweigerst dich und verbirgst dich hinter dem Alten. Das ist das Dilemma.

Wie werden wir neu? Jeder möchte neu werden. Doch dazu braucht es Mut, und zwar nicht nur ein bisschen Mut, sondern ganz außergewöhnlichen Mut. Und da die Welt voller Feiglinge ist, haben die Leute aufgehört zu wachsen. Wie kannst du wachsen, wenn du ein Feigling bist? Du schreckst ja vor jeder neuen Möglichkeit zurück, du verschließt die Augen davor. Wie kannst du da wachsen? Wie kannst du lebendig sein? Du kannst es nur vortäuschen. … Das Neue kommt immer wieder auf dich zu, selbst wenn du es nicht willkommen heißt. Es kommt jeden Morgen und jeden Abend auf tausenderlei Art. Wenn du einen Blick dafür hast, dann wirst du sehen, wie es ständig auf dich zukommt. Die Existenz überschüttet dich unablässig damit, doch du hast dich in deine Vergangenheit eingekapselt und lebst beinahe wie in einem Grab. Du bist gefühllos geworden. Aus lauter Feigheit hast du deine Sensibilität verloren. Sensibel sein heißt, dass man das Neue und seinen Reiz spüren kann. Dann erwacht die Sehnsucht nach dem Neuen und dem Abenteuer und du wirst ins Unbekannte aufbrechen, ohne zu wissen, wohin du gehst.“

Osho schreibt über Altes – Neues – Mut seine Sicht der Dinge. Was ist deine Sicht der Dinge?

 

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