Eine Besinnung in vier Himmelsrichtungen

September 3, 2017 9:55 am

Beim Stöbern in meinen Büchern bin ich vor kurzem auf
Eine Besinnung in vier Himmelsrichtungen
nach einer Idee von Arnold Mettnitzer gestoßen.
Mettnitzer, Psychotherapeut aus Wien, hat diese Reflexion ursprünglich für Menschen in Krisen entwickelt. Ich habe sie heute für dich ein wenig erweitert und finde, sie eignet sich zu jeder Gelegenheit zur Standortbestimmung und Orientierung.

Wer jemals mit einem Kompass unterwegs war, weiß, dass dafür sehr viel Fingerspitzengefühl nötig ist. In unserer heutigen Zeit spielt es für die meisten Menschen im Alltag selten eine Rolle, wo sich die vier Himmelsrichtungen überhaupt befinden. Als Kind habe ich noch gelernt, dass Moos meist an der Nordseite eines Baumstammes wächst. Heute lernen Kinder in der Schule, dass die Satellitenschüsseln auf den Hausdächern nach Süden ausgerichtet sind. Für viele unnützes Wissen, denn inzwischen weisen uns Smartphones und Navigationssysteme den Weg und wir folgen oft fraglos.

Die Besinnung in vier Himmelsrichtungen lädt ein, den jetzigen Standpunkt zu betrachten, ein wenig über den Tellerrad hinwegzuschauen, Richtung Horizont zu sehen. Den Blick also zu heben und schweifen zu lassen.

Hast du Lust, dich darauf einzulassen? Dann nimm dir etwas Zeit, Papier und Stift, schaffe dir einen wohligen, ungestörten Raum, bereite dir eine Tasse Tee oder Kaffee oder etwas anderes, das du magst, und begib dich neugierig auf eine kleine innere Reise …

 

Eine Besinnung in vier Himmelsrichtungen

OSTEN
Was ist am Aufgehen? Was an Neuem wird mein Leben bereichern? Was wünsche ich mir, soll in meinem Leben jetzt entstehen und heranwachsen dürfen?

WESTEN
Was geht zu Ende? Von was kann ich mich verabschieden? Was gebe ich bewusst und dankbar ab und schaffe mir dadurch spürbare Erleichterung?

SÜDEN
Bei welcher Vorstellung wird’s mir warm ums Herz? Wo kann ich Energie und Kraft hernehmen? Wie verbinde ich mich im Alltag immer wieder mit dieser Energiequelle und tanke dort auf?

NORDEN
Gibt es auch etwas, wo es mich fröstelt, wo ich vorsichtig sein sollte? In welche Bereiche meines Leben fällt noch zu wenig Licht? Haben in dunklen Zeiten schon einmal Polarlichter meinen Himmel erleuchtet?

Welche Gefühle verbindest du mit den einzelnen Himmelsrichtungen? Tatendrang und Aufbruchstimmung im Osten? Vielleicht sogar Ungeduld? Im Westen können Wehmut oder Trauer, aber auch schöne Erinnerungen liegen. Der Süden kann Ruhe, Gelassenheit und ein Gefühl des Aufgehoben seins in sich tragen. Was fühlst du, wenn du Richtung Norden blickst? Schreibe dir deine Antworten, Ideen und Gefühle in deinen Kompass. Sei kreativ! Du kann ihn in einfachen Strichen zeichnen, in bunten Farben malen oder auch anschließend raus gehen, Naturmaterialien sammeln und damit deinen ganz eigenen Kompass gestalten.

 

Ich freue mich, wenn ich dir mit diesem Blogpost einen kleinen Anstoß zum Innehalten und Besinnen geben konnte. Nimm dir Zeit für dich, hebe den Blick und sieh dich in deiner Welt um.

 

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