Die Sprache der Seele

Oktober 28, 2017 9:21 pm

„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare“

sagte bereits Christian Morgenstern und wahrlich spricht die Seele ununterbrochen:

 

Oft fängt es damit an, dass ich jemanden förmlich nicht mehr riechen kann. Da geht mir was die Nase hoch, ich reagiere ziemlich verschnupft und irgendwann poltere ich los: Ich habe die Nase voll!

Manchmal ist es wirklich zu viel. Dann klingeln mir die Ohren, mir wird ganz schwindelig und wenn ich mir zu sehr den Kopf zerbreche, werden sicher irgendwann die Alarmglocken schrillen. Mit zusammengebissenen Zähnen versuche ich, all das zu schultern. Was bleibt mir übrig, als zähneknirschend den den Kopf einzuziehen. Den Kopf hängen lassen werde ich sicher nicht, auch wenn mich das alles aus dem Gleichgewicht bringt.

Wenn ich zu viel am Hals habe, mir eine wichtige Aufgabe im Nacken sitzt, kommt es schon einmal vor, dass sich mir nicht nur die Nackenhaare sträuben, sondern ich auch noch einen dicken Hals bekomme. Mir schwillt der Hals, es verschlägt mir die Sprache, so dass mir schlicht
die Spucke wegbleibt. Ich kann das jetzt einfach nicht mehr schlucken!

Viel mehr: es stößt mir sauer auf. Irgendwie hinterlässt das alles einen schlechten Geschmack. Kein Wunder, dass mir die ganze Geschichte Bauchschmerzen macht. Förmlich verdirbt es mir den Appetit, so sehr schlägt es mir auf den Magen. Ich befürchte, dass es mir gleich den Magen umdreht. Mir kommt die Galle hoch und ich könnte nur noch kotzen. Geht mir etwas so sehr an die Nieren, werde ich einfach dünnhäutig. Welche Laus mir da auch immer über die Leber gelaufen ist, das ist bitter und dann magere ich vor Kummer ab.

Offensichtlich liegt mir etwas schwer auf dem Herzen oder es zerreißt es mir das Herz gar. Abwechselnd werde ich blaß vor Angst oder laufe rot an vor Wut. Mir wird heiß und kalt und ich fühle mich gar nicht mehr wohl in meiner Haut. Mich juckt es – und zwar nicht nur unter den Fingern.

Das hat bei mir den Nerv getroffen. Jetzt bin ich ganz niedergeschlagen und ich hoffe, dass es mir nicht das Kreuz bricht. Zwar sitzt mir der Schreck in den Gliedern, doch so einfach lasse ich mich nicht in die Knie zwingen oder gar in den Wahnsinn treiben. Manchmal bekomme ich kalte Füße und gleichzeitig treibt es mir den Schweiß auf die Stirn. Wie kann ich das alles abschütteln? Die ganze Sache raubt mir den Schlaf.

Wenn ich nur wüsste, was da los ist!

Deine Seele spricht mit dir und die Sprache ist dein Körper. Sie hin – lausche!

 

Tipp für die kommende Woche: Welche Redewendungen rund um Körper und Seele verwendest du? Was könnte dahinterstecken? Beobachte auch, welche Redewendungen andere benutzen.

Nächste Woche gibt es hierzu eine Fortsetzung: Was spricht die Seele, wenn es ihr so richtig gut geht?

 

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