Das Gras auf der anderen Seite

März 16, 2019 7:00 am

 

 

Ist das Gras auf der anderen Seite des Zauns wirklich immer grüner? Oder gibt es auf der „anderen Seite“ nicht noch eine „andere Seite“ und noch eine und noch eine …

 

Wenn wir nach anderen schielen, vernachlässigen wir derweil unser eigenes Potenzial.

 

Die Geschichte vom Steinmetz erzählt davon, wie sinnlos immerwährende Unzufriedenheit ist:

 

Ein Steinmetz saß am Fuße eines mächtigen Berges und bearbeitete in der Hitze der Mittagssonne einen Felsen. Schlag für Schlag hämmerte er, um den großen Stein zu behauen.

 Es war sehr anstrengend und so schaute der Steinmetz nach oben und sprach: „Lieber Gott, was bin ich für ein armer Mann! Ach, könnte ich doch die Sonne sein, die auf alles scheint, dann ginge es mir immer gut.“ 

 Er hatte diesen Wunsch gerade ausgesprochen, da wurde er die Sonne. Nun stand er hoch oben am Himmel und schien auf alles herab und freute sich. Doch plötzlich kamen Wolken auf und versperrten ihm die Sicht auf die Erde. 

 „Lieber Gott,“ sagte er „was nutzt es mir, die Sonne zu sein, wenn die Wolken mächtiger sind als ich und mir die Sicht versperren. Ach, könnte ich doch die Wolken sein!“ 

 Es dauerte nicht lange und er war die Wolken und zog gemächlich über die Erde. Da kam ein Wind auf und wurde zum Sturm und trieb die Wolken auseinander. „Lieber Gott, wenn der Sturm mächtiger ist als die Wolken es sind, so möchte ich lieber der Wind sein, der über die Erde weht.“ Da wurde er zum Wind und wehte über die Erde und freute sich an seiner Kraft. 

Plötzlich wurde er von einem hohen Berg aufgehalten. Der Wind brach sich an dem mächtigen Berg. „Lieber Gott“, rief er aus, „so stark und so mächtig möchte ich sein, dass ich sogar den Wind aufhalten kann.“ Da wurde er wurde zu einem hohen Berg und stand majestätisch da. 

Auf einmal merkte er, wie unten an seinem Fuße jemand saß und hämmerte…

 


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